Leo Baeck Programm
Jüdisches Leben in Deutschland
Schule und Fortbildung
eine gemeinsame Initiative von den
Freunden und Förderern des Leo Baeck Instituts e.V.,
dem Fonds "Erinnerung und Zukunft" und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung
Ausschreibung
Das Leo Baeck Institut möchte gemeinsam mit dem Fonds "Erinnerung und Zukunft" und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung im Rahmen eines Förderprogramms einen Beitrag zur Vermittlung deutsch-jüdischer Geschichte im Schulunterricht leisten. Deutsch-jüdische Geschichte wird heute primär als Opfergeschichte im Kontext des Holocaust wahrgenommen. Diese Perspektive übersieht den aktiven Beitrag vieler Juden zur wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklung in Deutschland, die sich in den Biographien bedeutender Persönlichkeiten wie Moses Mendelssohn, Rahel Varnhagen, Kurt Weill oder Walther Rathenau spiegelt. Das große jüdische Erbe gehört zu den Grundlagen der europäischen Geschichte und Kultur. Neben der historischen Verpflichtung zur Pflege dieses Erbes ist ein ausgeglichenes Bild der deutsch-jüdischen Geschichte dazu geeignet, Vorurteilen und Klischees über Juden, sowie Antisemitismus entgegenzuwirken. Ziel des Förderprogramms ist es, jüdisches Leben in Deutschland in seiner Ambivalenz zwischen Erfolg und Verfolgung als integralen Bestandteil der allgemeinen deutschen Geschichte und ihrer europäischen Vernetzung begreifbar zu machen. Einzel- und Gruppeninitiativen sind aufgefordert, Impulse für diesen Perspektivwechsel in der Lehrerfortbildung und im Schulunterricht zu geben.
Das Programm steht als Teil des Leo Baeck Förderprogramms des Fonds "Erinnerung und Zukunft" unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.
I. Was kann gefördert werden?
Gefördert werden praxisorientierte Vorhaben zur deutsch-jüdischen Geschichte wie:
- die Durchführung von Lehrerfortbildungsveranstaltungen/Workshops
- die Entwicklung von Lehrmaterialien (Arbeitsbögen, Handbücher)
- die Entwicklung interaktiver Lernprogramme (CD-ROMs, Webseiten)
- die Konzipierung historischer Exkursionen/Stadtrundgänge für Schüler
Bevorzugt werden Projekte, die interaktive Unterrichtsformen, den fächerübergreifenden Unterricht und/oder die Einbeziehung außerschulischer Institutionen (Museen, Archive, Bibliotheken) vorsehen.
II. Wer kann gefördert werden?
- Lehrerfortbildungseinrichtungen
- Schulen
- Akademien, Museen oder andere Bildungs- und Kultureinrichtungen
- Geschichtswerkstätten
Anträge können in der Regel von anerkannten Trägern von Lehrerfortbildungen eingereicht werden. Projektträger erhalten bewilligte Mittel im Rahmen eines Zuwendungsbescheides der Freunde und Förderer des Leo Baeck Instituts. Die Zuwendungsempfänger sind für die zweckentsprechende Verwendung der Fördermittel und die Erstellung der entsprechenden Verwendungsnachweise verantwortlich.
III. Höhe der Förderung
Vorhaben können in der Regel mit bis zu 5.000 Euro gefördert werden. Die Einbeziehung von Eigen- und weiteren Drittmitteln ist erwünscht.
IV. Antragstellung
Das Antragsformular kann
hier abgerufen und bei folgender Kontaktadresse eingereicht werden.
Leo Baeck Institut - Lehrerfortbildung
c/o Jüdisches Museum Frankfurt
Untermainkai 14-15
60311 Frankfurt am Main
Tel. +49(0)69/212-33959 (dienstags und mittwochs 09.00 - 17.00 Uhr)
Fax +49(0)69/212-30705
E-Mail:
lehrerfortbildung.lbi@stadt-frankfurt.de
Eine Fachjury berät über die Anträge und spricht Empfehlungen für die Förderung aus.
V. Ausschreibungsfrist
Projektanträge können bis zu den Stichtagen 1. Mai oder 1. Oktober 2006 eingereicht werden. Die Entscheidung über die Anträge wird im Juli bzw. Dezember 2006 mitgeteilt.
Hinweis:
Die Orientierungshilfe Deutsch-jüdische Geschichte im Unterricht des Leo Baeck Instituts (2003) bietet Interessenten und Bewerbern einen Einstieg in das Thema. Diese ist im
hier abrufbar.
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